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Europäisches Haus Pappenheim
Stadt Pappenheim
Marktplatz 1
91788 Pappenheim
Tel. ++49 / 9143 / 606-60
ehp(at)pappenheim.de

Förderer

Der Aufbau des EHP wird gefördert aus Mitteln der Europäischen Union und des Freistaats Bayern (LEADER-Projekt).

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13.07.2017

Wiedereröffnung des EHP

Seit 1.7. ist wieder Leben ins EHP eingezogen: Frau Maria Bartholomäus (Master of Arts Europastudien: Sprache, Literatur und Kultur) übernimmt vorläufig bis zum Ende des Jahres 2017 die Betreuung und Leitung des Europäischen Hauses. Schwerpunkt ihrer Arbeit wird die Gestaltung von Bildungs- und Erlebnisangeboten rund um das Thema Europa in den Bereichen Kultur, Politik und Nachhaltigkeit sein. Dabei möchte die 33jährige möglichst viele Menschen in Stadt und Umgebung quer durch Generationen, Berufe und Herkunftsländer/regionen ansprechen und auf ihre Wünsche und Interessen eingehen. Der zweifachen Mutter, welche sich im Bereich der Kulturarbeit und des Veranstaltungsmanagements durch die Organisation und Koordination der Eichstätter Kulturtage 2016 einen Namen gemacht hat, liegt besonders am Herzen, durch die Angebote, Workshops und Projekte des EHP das Miteinander zu stärken. 

Um die Wiederaufnahme der EHP-Aktivitäten gebührend zu feiern, lädt das EHP am Samstag, den 29.07, von 16 bis 18 Uhr alle Pappenheimer Bürgerinnen und Bürger sowie interessierte Besucher außerhalb der Stadt auf das Herzlichste zu einem Eröffnungsfest in sommerlicher Atmosphäre ein. Bartholomäus wird bei der Ausrichtung des Festes tatkräftigt von den Damen der Tourist-Information, Frau Ina Strunz, Frau Michaela Schöner und Frau Mini Wurm unterstützt.                      

Geboten wird neben einem Sektempfang, eine Europa-Stadtrallye (mit tollen Preisen), Musik zum Entspannen durch das Piano-Percussion-Duo Schlegel & Schächer und CrossBoule-Partien natürlich die Vorstellung des neuen EHP-Konzepts sowie eine kleine Rede des 1. Bürgermeisters Uwe Sinn. Da an diesem Samstag auch das Heimatrauschfestival und das Sommerfest der Werbegemeinschaft "Pappenheim live" stattfinden, lohnt sich ein Besuch im EHP gleich umso mehr.

Wir freuen uns auf zahlreiche, neugierige Besucher!

Hinweis

Durch den Stadtratsbeschluss vom 25.02.16 ist der EHP-Betrieb zum 30.04.16 beendet. Bei Interesse am bisherigen inhaltlichen Angebot können Sie sich weiterhin an Prof. Dr. Joachim Grzega wenden, und zwar unter joachim.grzega(at)ku.de. Zu sonstigen Fragen rund ums EHP wenden Sie sich bitte an den 1. Bürgermeister der Stadt Pappenheim, Uwe Sinn, unter 09143/606-15.

 

LETZTE NACHRICHT

17.04.16: Viel Applaus für Studentinnen, stehende Ovationen für Joachim Grzega

Es war die letzte Veranstaltung im EHP als Zentrum für Politik, Kulturen und Sprachen. Der Saal war noch einmal voll besetzt.


Unter der Betreuung von EHP-Leiter Prof. Dr. Joachim Grzega hatten sich Studentinnen der Universität Eichstätt-Ingolstadt anhand von deutschen, französischen, spanischen, polnischen und britischen Zeitungsüberschriften der manipulativen Kraft von Sprache gewidmet. Dazu waren 3 Stationen sowie das EUROLINGUA-Museum aufgebaut, die die Besucher in verschiedenen Gruppen durchliefen. Jede Studentin bot dabei nicht nur ihre Ergebnisse, sondern animierte das Publikum auch zum Mitdenken. Anne Würth demonstrierte die Benennungen verschiedener Regierungschefs: Merkel, Obama, Cameron, Hollande, Tsipras, Assad, Putin. Dabei falle etwa auf, dass Putin am seltensten mit Vornamen genannt werde. Da Vornamen eine gewisse Nähe und positive Emotion vermitteln, könnte ein Grund darin liegen, dass man keine Sympathie aufkommen lassen will. Dazu passe auch, dass er unter den analysierten Personen der einzige ist, bei dem man eindeutig negative Wertungen findet, wie “der böse Putin”. Agnes Giglberger hatte verschiedene Ausdrücke ungleicher Vermögensverteilung untersucht. Bei geringeren Unterschieden in der Vermögensverteilung eines Staates dominieren die weniger scharf klingenden Begriffe „Ungleichheit“ und “Gleichheit”. Ist die Schere größer, überragen die emotionaleren Begriffe „Armut“ und „Reichtum“, auch wenn diese eigentlich einseitig sind und vergessen lassen, dass Armut nur die Kehrseite von Reichtum ist. Carolin Schlosser zeigte Wörter für verschiedene Gruppen von Zuwanderern auf. Grundsätzlich sei dabei von Vorteil, wenn man viele Arten von Zuwanderern unterscheidet, weil dies auch eine differenziertere Sichtweise ermögliche. Allerdings könne dies auch zu wertenden Sprechweisen führen. Wenn zum Beispiel der Worttyp “Migrant” nur mit osteuropäischen Herkunftsstaaten, aber nicht mit westeuropäischen verknüpft wird, werde der Begriff negativ mit Armut verknüpft. Die Genfer Flüchtlingskonvention regele den Begriff “Flüchtling”, schließe dabei aber nicht ein, wenn jemand vor dem Hungertod flieht. Dadurch könne das Wort “Wirtschaftsflüchtling” den Eindruck vermitteln, dass die Flucht nicht wirklich berechtigt sei.


Im Laufe des Abends zog Joachim Grzega auch kurz Bilanz über die weit über 100 EHP-Veranstaltungen. Das EHP habe stets Hilfe für Menschen angeboten, damit man Europa sowohl kulturell als auch ökonomisch besser versteht. Grzega sagte, dass es Bildungseinrichtungen für eine neue Art der Aufklärung bräuchte – echt europäisch, auf der Grundlage von komplexer wissenschaftlicher Beobachtung, aber allgemein verständlich formuliert, manchmal mit einer Prise Humor. Er betonte die zentrale Rolle seiner Sprachlehrkonzepte, die sich auch die Pappenheimer Bürger vorwiegend gewünscht hatten: Er erinnerte an den 91-jährigen Lerner in seinem Basic-Global-English-Kurs, den SprachFitnessStudio-Teilnehmer aus Flensburg, die vielen zufriedenen Teilnehmer seiner Sprach-Not-Arzt-Angebote. Damit hatte er sogar den Sprung ins bayerische Fernsehen geschafft. Des Weiteren freute sich Grzega über Einladungen in alle Regierungsbezirke Bayerns und etliche Orte darüber hinaus: Magdeburg, Lüneburg, Saarbrücken, Stuttgart, Innsbruck. Ferner zeigte er auf, dass er stets im Sinne der gesamten Stadt dachte und Seminare und Tagungen so plante, damit so auch die Innenstadt mit Gästen belebt wurde, auch außerhalb der touristischen Hauptsaison. Weitere Tagungen wären bereits geplant gewesen. Schließlich bedankte er sich auch für die Mitarbeit bei Wilma Vogel, Dr. Bea Klüsener und einigen Vereinen. Alle, die beim Aufbau des EHP mitgearbeitet hätten, könnte auf das Erreichte stolz sein. Im Gegenzug bedankten sich Renate Prusakow vom Heimat- und Geschichtsverein sowie Martin Stehr und Ludwig Schütz vom Städtepartnerschaftsverein bei Grzega für die gute Kooperation und zeigten sich über das Ende des EHP-Betriebs tief betroffen. Bewegt blickte auch 1. Bürgermeister Uwe Sinn auf die Zeit mit Grzega zurück. Grzega habe stets alle Vorgaben des Stadtrats übertroffen, bei inhaltlichen Herausforderungen schnell Lösungen geboten und außerdem zahlreiche international hochkarätige Personen nach Pappenheim gebracht. All dies habe zur Aufwertung Pappenheims und zu einer überregional positiven Werbung für die Stadt beigetragen. Manch einer im Saal hatte eine Träne im Auge und das Publikum dankte Grzega mit stehendem Applaus für dessen Leistung. Er wahrte trotz der wehmütigen Stimmung auch seinen Humor und lud ein, mit ihm in Kontakt zu bleiben. Abschließend präsentierte Grzega seine jüngste Komposition: sie vereint die Wendung “in Frieden” in verschiedenen europäischen Sprachen. Am Ende sang das Publikum mit.

Das Projektteam: Joachim Grzega, Agnes Giglberger, Anne Würth, Carolin Schlosser
Station "Zuwanderer"
Station "Ungleiche Vermögensverteilung"
Station "Regierungschefs"
Rückblick auf EHP-Aktivitäten in Deutschland und Österreich
Grzega + Bgm. Uwe Sinn
Renate Prusakow (Heimat- und Geschichtsverein) + Grzega
Grzega + Martin Stehr und Ludwig Schütz (Städtepartnerschaftsverein)
Joachim Grzega singt Abschlusslied
Stehende Ovationen für Grzega
Persönliche Adieus
Text von Grzegas Friedenslied "In Pace"